Tipps für Autoren

Bücherstapel
Ich schreibe Romane und Kurzgeschichten seit ich etwa 13 Jahre jung war. Kurzgeschichten bzw. Fabeln zu schreiben ist vergleichsweise einfach. Romane (von 80-90 Seiten und mehr) zu schreiben, die den Leser fesseln, ihn in den Bann ziehen und dafür sorgen, daß man die Geschichte nicht oder nur mit großem inneren Protest weglegen kann, bis man sie zuende gelesen hat – DAS ist ein guter Roman!

Ich habe viele Komplimente für meinen Schreibstil und für meine Ideen erhalten im Laufe der Jahre – und ich möchte mit dieser Seite versuchen, Jungautoren einen “Anstoß” in die richtige Richtung zu geben.

Zunächst habe ich eine Frage an Euch:
Was gefällt Euch an den Romanen, die ihr liest? Und was gefällt Euch nicht?

Ist die Umgebung intensiv beschrieben, so daß ihr Eurer Phantasie freien Lauf lassen könnt? Oder ist im Buch vielleicht alles zu intensiv beschrieben?

Gefallen Euch die Charaktere? Wie war insgesamt der Verlauf? Ist der Roman “sprunghaft” geschrieben? Bleibt der rote Faden?

Es klingt vielleicht blöd, aber wenn ihr wirklich gut schreiben wollt, dann ist der 1. Tipp, den ich Euch geben kann: VIEL LESEN!

Lest Romane, die Euch interessieren, lest Artikel über eine Insektenart, die eine wichtige Rolle in Eurer Geschichte übernehmen oder studiert das Verhalten (Psychologie) von Menschen in bestimmten Situationen.

2. Tipp – Viel Schreiben!
Je mehr ihr schreibt, je mehr ihr Eure Texte überarbeitet und somit Eure Fehler noch einmal korrigiert, umso sicherer werdet ihr beim Schreiben.

3. Tipp – Beobachtet Eure Umwelt!
Beobachtet die Menschen in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis. Beobachtet die Leute während ihr im Café sitzt oder durch die Straßen läuft. Am Besten ihr nehmt immer einen Blog und einen Stift mit. Wenn ihr Menschen oder Tiere, Dinge usw. beobachtet und Euch plötzlich Vergleiche einfallen oder zB. ein spezieller Gang, eine Geste oder ähnliches – schreibt es auf!

Ihr werdet es später sicher gebrachten können. Denn die besten Geschichten, so finde ich, schreibt nunmal das Leben selbst …

4. Tipp – Findet Euren Stil!
Schreibt ihr lieber komplexe Krimis oder seid ihr sehr phantasievoll und schreibt Fantasyromane? Vielleicht fallen Euch Ratgeber leichter?

5. Wörtervielfalt – Synonyme nutzen!

Wenn ihr immer nur die gleichen Wörter nutzt, wird es beim Lesen sehr schnell langweilig. Die einfachste Möglichkeit, Synonyme zu finden ist die „Thesaurus“-Funktion von Word.

6. Beschreibungen in Notizbuch

Sehr wichtig finde ich persönlich, daß man sich ein privates Notizbuch anlegt, wo man Beschreibungen zu Dingen niederschreibt, die man sieht. Wenn ihr zum Beispiel einen Sonnenaufgang beobachtet, könnt ihr das, was ihr fühlt und die Worte, die Euch in diesem Moment durch den Kopf gehen, um diese Situation zu beschreiben, aufschreiben, so daß ihr sie nicht mehr vergessen könnt.

Romanverlauf

Wenn ihr Geschichten lest, merkt ihr sicher schnell, daß sie immer alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut sind:

1. Einführung und Vorstellung der Personen
2. Intensivierung der Charaktere und Situationen / Probleme
3. Höhepunkt (Eine “Feuerprobe” für die Hauptfiguren; Höhepunkt von Konflikten; die Dinge spitzen sich zu)
4. Umkehrung (Die Helden finden eine Lösung; Der “Angsthase” entpuppt sich plötzlich als Held)
5. Ende (offene Dinge können geklärt werden; eventuell offen, um einen 2. Teil zu schreiben)

Eine Geschichte und einen Höhepunkt zu schreiben klingt einfach, ist es aber nicht immer.

Folgende Faktoren sollte man im Laufe der Geschichte bearbeitet haben:
– Wo kommen die Hauptfiguren her? Welchen Hintergrund haben sie (soziales Umfeld, Familie)?
– Was für Hobbys und Vorlieben haben sie? Welche Träume haben sie, Wünsche, Ängste?
– Welchen Charakter, welche Persönlichkeit haben die Figuren?
– Wie sehen die Personen aus?
– Wer sind ihre Freunde, ihr soziales Umfeld?
– In wen sind die verliebt, mit wem zusammen?
– Wie sprechen die Hauptfiguren, wie bewegen sie sich, wie ziehen sie sich an?
– Gibt es etwas auffälliges, etwas besonderes an den Figuren? Tättoowierungen, Talismane, usw.?
– Was für Macken und Angewohnheiten haben die Personen?
– Wo werden die Personen “lebendig”? Wo murmeln sie, fluchen, reden mit sich selbst? Was denken sie?

Ich persönlich habe mittlerweile zu jeder Geschichte eigene Notizen zu den Hauptfiguren mit den obrigen Eigenschaften. Außerdem mache ich mir immer Notizen, wenn ich Ideen oder Eingebungen bekomme (zB. nachts im Traum), was als nächstes geschieht oder wie sich das Blatt wenden soll.

Was aber mindestens genauso wichtig ist, wie die obrigen Punkte, ist eine große Vielfalt an Worten für ein und dieselbe Sache. Schaut mal im Thesaurus (Word) nach, wieviele Wörter es alleine für “sagte sie” gibt … ;-)

Ansonsten kann ich Euch nur raten, daß der Leser die Figuren lieben oder hassen (oder beides) muß. Außerdem sollte der Leser die Umgebung riechen, schmecken und die Gefühle der Personen fühlen können.

Als letzten Tipp möchte ich noch erwähnen, daß ihr, wenn ihr den Roman fertig geschrieben habt (mit dem Herzen) und nochmal überarbeitet habt (mit dem Kopf), diesen anderen zum Lesen geben solltet. Euren Freunden, dem Deutschlehrer, Euren Eltern oder sonst wem. Einfach jemandem, dem ihr vertraut und der ehrlich seine Meinung kundtut.

Diese Seite ist natürlich keine Anleitung, wie ihr am einfachsten zum Schriftsteller werdet – aber ich hoffe trotzdem, daß Euch meine Tipps weiterhelfen. Wenn dem so ist, würde ich mich über einen lieben Kommentar freuen – oder natürlich auch über Ergänzungen zu meinen Tipps :-)

Viel Spaß beim Schreiben!

 

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